Guten Morgen ,
ein langer tag liegt hinter uns. Zuerst fuhren wir direkt nach dem Frühstück los, verliessen das Tal wieder und näherten uns der Gorges, einer monumentalen Schlucht samt gebirgsfluss. Es war wunderschön und wir konnten zu fuss die Schlucht durchwandern. Nach einer langen Fahrt durch Steinwüste, Öde und abwechselnd Oasen mit Unmengen an Palmen ,stoppten wir an einem von Touristen überfüllten Café zum Mittag. Anders als sonst ( meist hatten wir mittags keinen Hunger) bestellten wir heute doch etwas zu essen, was sich später als wichtig erwies.
Die Arabischen Zeiten gestalten sich komplett anders als unsere. Mohammed hatte uns gesagt wir würden uns nach 30 Minuten wieder treffen, leider war er erst nach 1 Stunde wieder da. Naja Tee trinken mit den anderen Fahrern und beten sind hier für Männer Haupttätigkeiten .
Um 16.00 erreichen wir endlich das Basiscamp, sprich die Herberge von der wir mit den Kamelen starten wollten. Abritt sollte um 18:00 erfolgen. Aber dann kam der Supergau für mich.
Der Organisator erschien an unserem Tisch und teilet mir mit ich könne auf Grund meines Gewichtes nicht die Kraft für den Ritt und müsste mit dem Quad fahren. Ich war echt geschockt. Nicht das ich zu schwer bin für das Kamel, nein er beurteilt meine Kraft aufgrund meines Gewichtes. Nach langem Hin und her einigten wir uns darauf, dass ich es erstmal versuchen würde . Sollte meine Kraft nicht ausreichen , würde das Quad nachgeholt werden.
Als es dann auf die Kamele ging , kam der Karawanenführer und sagte es wäre nicht möglich für mich mit zureiten. Ich war echt soooo traurig , wir hatten uns alle so doll auf den gemeinsamen Ritt gefreut und nun sollte ich als einzige nicht dabei sein. Ich weiss, dass viele nun sagen, Mensch Quad ist doch viel geiler, aber darum ging es nicht .Das hätte man vorher sagen können, dann hätten wir uns die Fahrt wahrscheinlich gespart, denn auch die anderen drei hatten nicht mehr so den spass daran.Aber es nützte nichts . Ich konnte nicht mitreiten.
So zog die Karawane ohne mich los , ich klemmte mich hinter einen halbwüchsigen Marokkaner und ließ mich zum Biwak Fahren.Wer meint Quad fahren sein toll, der meint bestimmt selber fahren und das mag richtig sein. Mitfahren mit festhalten an hinten gelagerten dünnen Stangen ist reell anstrengen und wenig lustig. So erreichte ich um 18:30 das Biwak und wartete und wartete und wartete. Um 20.30 kamen die anderen endlich auch an. Sie hatten eine PAUSE EINGELEGT UM DEN SONNENUNTERGANG IN DER WÜSTE ANZUSEHEN.
Das angekündigte Essen wurde dann um 22:30 eingenommen, wie gut dass wir mittag gegessen hatte.
Der Sternenhimmel in der Wüste war atemberaubend schön, die Nacht kurz und unbequem aber ursprünglich.
Am Morgen beobachteten wir noch den Sonnenaufgang bis dann die Karawane wieder gen Heimat startete. Das Quad stand bereit, Holm beneidete mich etwas um die Rückfahrt.
So war ich schon um7:15 wieder in der Herberge und dort erhielt ich die freudige Nachricht : Fietje ist heute Nacht geboren! Meinen allerherzlichsten Glückwunsch Svenja und Benny, alles Liebe und Gute für euer gemeinsames Leben!
Nun wird gefrühstückt, nach einer Dusche und Zähneputzen und dann ab nach Marrakech.
Ich bin immer noch traurig , dass ich nicht mitreiten konnte, hoffe aber die anderen haben es für mich mit genossen . Lukas , es war nicht unser Tag. Dir hätte ich so sehr die Meisterschaft mit deiner Mannschaft des MTV Botels gewünscht. Auch das sollte nicht sein.
So nun muss ich schnell frühstücken, Mohammed ist schon fertig und hat gebetet, also geht es bald los.
Wir hören uns aus Marrakech. Inschallah